
Steffi Graf und Boris Becker: Der jüngste Wimbledon-Sieger und die erfolgreichste TennisspielerinSie ist 377 Wochen lang die unangefochtene Nummer eins der Tennis-Weltrangliste, er gewinnt als erster Deutscher in Wimbledon: Steffi Graf und Boris Becker entfachen in den 80er Jahren Tennisfieber in ganz Deutschland und gelten damit zurecht als Tennislegenden. Steffi Graf wird 1969 in Mannheim geboren. 1987 führt sie monatelang souverän die Tennis-Weltrangliste der Damen an und gewinnt 1988 als bislang einzige Spielerin den Golden-Slam. Steffi Graf ist Ehrenbürgerin ihrer Heimatgemeinde Brühl und des Landes Baden-Württemberg. Boris Becker wird 1967 in Leimen bei Heidelberg geboren. „Bum Bum Boris“, der Mann mit dem schnellsten Aufschlag, gewinnt 1985 als erster Deutscher, als jüngster und als erster ungesetzter Spieler das traditionsreiche Tennisturnier in Wimbledon. Diesen Erfolg kann er wiederholen: insgesamt drei Mal siegt er auf dem wichtigsten Tennisrasen, sechs Mal gewinnt er ein Grand-Slam-Turnier, vier Mal wird er zum Sportler des Jahres gewählt. |
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Johann Jakob Astor: Ein Selfmade-Multimillionär aus Walldorf1763 im damals kurpfälzischen Walldorf geboren, zog es den 16-jährigen Johann Jakob Astor, Sohn eines armen Metzgers, in die “Neue Welt”, zu seinem Bruder Johann Heinrich nach New York. Unterbrochen von einem zweijährigen Aufenthalt bei Bruder Georg Peter in London erreichte er im Frühjahr 1784 die USA. Mit großem Engagement, unternehmerischem Talent, Geschick und Wagemut widmete er sich zunächst dem Pelzhandel. Im heutigen Bundesstaat Oregon gründete Astor 1811 die Handelsniederlassung „Fort Astor“, aus der sich Astoria, die älteste Stadt im Westen der USA, entwickelt hat. Seit 1963 ist sie Walldorfs Partnerstadt. Durch Grundstücksspekulationen erzielte der „Selfmademan“ Millionengewinne und regierte bald ein weltweit agierendes Firmenimperium. Weltverkehr und Weltwirtschaft hängen untrennbar mit der Persönlichkeit des Reeders Astor zusammen. Zu einem internationalen Markenzeichen wurde die Hausflagge der Astors mit dem roten „A“ auf weißem Grund, wie sie von den Masten seiner Großsegler wehte. Der Finanzmogul hinterließ bei seinem Tod 1848 neben einem Immobilienimperium verteilt über ganz Manhattan ein Vermögen von über 20 Millionen Dollar, was nach Berechnung des Forbes Magazines heute mehr als 100 Milliarden Dollar (!) entspräche. Dadurch gilt Astor nicht nur als erfolgreichster deutscher Auswanderer aller Zeiten, sondern auch als einer der ersten, die den sprichwörtlichen "American Dream" verwirklichten - lange bevor es den Begriff überhaupt gab. Per Testament stiftete Astor in New York für öffentliche Zwecke die Astor-Bibliothek, die seit 1895 Teil der „New York Public Library“ ist, und als Dank an seine Heimatgemeinde Walldorf für die Armen das Astorhaus. Beide Institutionen wurden im Jahr 1854 feierlich eingeweiht. Das Astorhaus beherbergt heute ein Museum und den städtischen Schülerhort. Astors Erbe lebt im Astor-Stift mit Pflegezentrum und ambulanten Diensten für die ältere Generation weiter. Die Namen „Astor“ und „Astoria“ haben auch heute noch einen guten Klang in aller Welt. Weltberühmt ist das Hotel „Waldorf-Astoria“ in New York, dessen Gründung auf Johann Jakob Astors Urenkel John Jacob Astor IV. und William Waldorf Astor zurückgeht. John Jacob IV. war der prominenteste Passagier der “Titanic”, mit der er am 15. April 1912 unterging. In aller Munde ist Walldorf auch – im wahrsten Sinne des Wortes – dank des schmackhaften „Wal(l)dorf Salats“, der Ende des 19. Jahrhunderts in der Küche des „Waldorf-Astoria“ von Chef Oscar Tschirky kreiert wurde. |
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Karl Freiherr von Drais: Erfinder der LaufmaschineEr wird gerne als badischer Leonardo da Vinci bezeichnet. Ob er allerdings den Pinsel auf der Leinwand schwang, ist nicht bekannt. Aber Karl von Drais kann durch andere Leistungen glänzen. Er hat das Fahrrad – das erste Fahrzeug mit zwei Rädern auf einer Spur – erfunden. Zwei Holzräder, eine Verbindungsstange und schon ist die Laufmaschine geboren. Am 12. Juni 1817 „radelt“ er mit der so genannten „Draisine“ zum ersten Mal von Mannheim nach Rheinau: Die Arme auf einem Bügel vor dem Körper abgestützt, stößt er sich mit den Füßen kraftvoll vom Boden ab. Seine geniale Laufmaschine wird auch berühmt, er aber leider nicht reich: Das badische Privileg und auch das französische Brevet erteilen Karl von Drais zwar für seine Erfindung ein Patent, aber Raubkopien der Laufmaschine sind bald überall unterwegs. Die auffälligen Holzräder finden rasch Verbreitung – bis nach Kalkutta und in die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn überall wird dringend ein einfaches Fortbewegungsmittel gebraucht, das unabhängig vom Haferpreis ist – ist die Ernte schlecht, geht dieser in die Höhe und der Transport zu Pferde wird zu teuer. Nur schade, dass Karl von Drais zu Lebzeiten niemals Anerkennung erfährt. Im Gegenteil: Seine Draisine wird zeitweise sogar verboten, weil man mit ihr nur auf Gehsteigen balancieren kann. Und da will sich die feine Gesellschaft nicht von obskuren Holzrädern behindern lassen. Doch Fortschritt lässt sich bekanntlich nicht aufhalten. |
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Xavier Naidoo und die erste Popakademie Deutschlands
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Walter Bruch: Der Erfinder des PAL-FernsehsystemsEr gilt als einer der ersten Fernsehpioniere, er bringt noch heute Farbe in die Wohnzimmer der Welt und er stammt aus der Metropolregion Rhein-Neckar: Walter Bruch, am 2. März 1908 in Neustadt an der Weinstraße geboren, studierte Elektrotechnik in Mittweida (Sachsen) und beschäftigte sich schon in den 1930er Jahren mit der Fernsehtechnik. 1936 entwickelte er die so genannte „Olympiakanone“, die erste elektronische Kamera der Welt – zur Übertragung der Olympischen Spiele in Berlin. Nach dem Krieg sollte der Ingenieur in den 1950er Jahren eigentlich nur zwei bereits bestehende Fernsehsysteme miteinander vergleichen, die Farbfernsehen ermöglichten. Doch er forscht und forscht, meldet im Dezember 1962 selbst ein Patent an - das PAL-System für Farbfernsehen ist nun offiziell registriert. Als erstes europäisches Land kann die Bundesrepublik Deutschland daraufhin im August 1967 das Farbfernsehen einführen – landesweit wird die Sportschau bunt, sehen die Zuschauer die Mondlandung in Farbe. Bruch selbst reiste seither von Land zu Land, um sein neues System vorzustellen; heutzutage ist es das am weitesten verbreitete Fernsehsystem der Welt, in über 60 Ländern wird die Erfindung von Walter Bruch genutzt. Ob für Kino, Flugzeuge oder Biotechnik – seine technischen Errungenschaften waren wegweisend. Für seine Entwicklungen erhält er das Bundesverdienstkreuz und die Goldene Kamera, 82-jährig stirbt Bruch in Hannover. |
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Hans Geiger: Erfinder des GeigerzählersOhne dieses Gerät sind radioaktive Teilchen nicht nachweisbar und Gamma-Strahlung kann nicht dokumentiert werden. Die Rede ist vom Geigerzähler. Erfunden hat ihn der Neustadter Physiker Hans Geiger.
Hans Geiger wird am 30. September 1882 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Über Erlangen gelangt Geiger nach Manchester. Als Ernest Rutherford dort 1911 sein Atommodell vorstellt, basiert dies maßgeblich auf Geigers Entdeckungen zur Radioaktivität. Das Atommodell klärt die Geheimnisse des Atomaufbaus, Atomkern, Elektronen und Protonen sind endlich fassbar.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt Geiger nach Deutschland zurück. An der Universität in Kiel entwickelt er als promovierter und mittlerweile etablierter Physiker gemeinsam mit seinem ersten Doktoranden Walther Müller das Geiger-Müller-Zählrohr – ein umständlicher Name für den Geigerzähler. 1929 stellt er den Elektronenzähler der Öffentlichkeit vor. Mit dem Gerät gelingt es erstmals, nicht nur radioaktive Teilchen und Gamma-Strahlung zu messen, sondern auch deren Energie zu bestimmen.
Friedrich Ebert: Der erste ReichspräsidentEr ist der erste deutsche Reichspräsident und einer, der den Aufstieg vom kleinen Arbeiter ohne Gesellenprüfung zum Parteivorsitzenden geschafft hat: Friedrich Ebert. Er prägt mit seinen Ansichten Politik und Gesellschaft und versucht, seine Anhänger auf das Wesentliche einzuschwören: „Das Wesen unserer Verfassung soll vor allem Freiheit sein.“ Friedrich Ebert wird 1871 in Heidelberg geboren. Mit 14 Jahren zieht er nach Wesel, um das Sattlerhandwerk zu lernen. Er durchlebt die deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik und prägt sie entscheidend mit. Vielen gilt er als zuverlässiger Mann, der für die kleinen Leute eintritt. Unter ihm wird die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) zur größten und fortschrittlichsten demokratischen Kraft im Land. Ebert gilt als Realpolitiker, als einer, dem nie der große Umbruch gelingt, der aber alle seine Möglichkeiten nutzt um die Bedingungen für die arbeitende Bevölkerung zu verbessern. Mit Leib und Seele tritt Friedrich Ebert „für den neuen Lebensgrundsatz des deutschen Volkes, für Freiheit, Recht und soziale Wohlfahrt“ ein. Friedrich Ebert stirbt 1925 in Berlin. Noch heute steht in Heidelberg das Geburtshaus Friedrich Eberts. Außerdem kann man dort die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte besuchen. |
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Carl und Bertha Benz: Erfindung des AutomobilsIn der Patentschrift steht: Benz & Co. in Mannheim, Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb, 1886. Das erste Auto der Welt: drei Räder, ein Verbrennungsmotor und eine elektrische Zündung – entwickelt von Carl Benz aus Mannheim. Carl Benz tüftelt und schraubt, setzt Stück für Stück einen Viertaktmotor zusammen und verändert damit die Welt. Die ersten Probefahrten mit dem neuen Gefährt finden noch im Fabrikhof statt, manchmal auch nachts auf den Straßen Mannheims. Schließlich soll noch niemand von der Neuentwicklung erfahren und die komplizierte Technik ist noch nicht ausgereift. Im Juli 1886 fährt Carl Benz zum ersten Mal öffentlich mit seinem Wagen durch die Stadt: Entlang der Mannheimer Ringstraße führt sein Weg, jeder kann seine Pionierarbeit bestaunen. Sohn Eugen läuft tapfer neben dem Vehikel her und füllt von Zeit zu Zeit Benzin nach. Am 29. Januar 1886 meldet Carl Benz schließlich sein Patent an – allerdings ohne größere Wirkung. Zwei Jahre später, 1888, geht die couragierte Bertha Benz auf große Reise, um die Entdeckung ihres Mannes auch über Mannheim hinaus bekannt zu machen. Ohne das Wissen ihres Mannes fährt sie die 106 Kilometer lange Strecke von Mannheim nach Pforzheim und wirbt für die Erfindung von Carl Benz. Der wirtschaftliche Erfolg der Spritztour lässt nicht lange auf sich warten: Schon auf der Weltausstellung 1889 werden neue Benzmodelle gezeigt. Auch wenn anfangs viele Skeptiker glauben, der Motorwagen sei nur für Touristen und Geschäftsreisende interessant – der „Benz“ ist ein Erfolgsmodell, auch heute noch. |
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Sepp Herberger und das "Wunder von Bern"Ihm verdanken wir einen Fußball-Weltmeistertitel, er macht 1954 das „Wunder von Bern“ möglich: Sepp Herberger – bekannt als der „Weise von der Bergstraße“, als Fußballheld Teil deutscher Geschichte. Der 3:2-Sieg über die Ungarn ist mehr als nur ein Endspielgewinn. Mit diesem Sieg trägt Sepp Herbergers Mannschaft neues Selbstbewusstsein ins Nachkriegsdeutschland. Sepp Herberger erringt in 162 Länderspielen 92 Siege und 26 Unentschieden mit der Nationalmannschaft, die Nationalspieler nennen ihn stets respektvoll „Chef“. Nur drei Mal steht Herberger selbst als Spieler für Deutschland auf dem Rasen – und schießt zwei Tore. Eine hervorragende Bilanz. Auch Herbergers Zitate sind längst zu fußballerischem Allgemeingut avanciert: „Der Ball ist rund“, „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ und „Das Spiel dauert 90 Minuten“.
Sepp Herberger ist ein Kind unserer Region: 1897 wird er in Mannheim geboren, 1977 stirbt er in Weinheim-Hohensachsen. Jahrelang ist er beim SV Waldhof aktiv, dann beim VfR Mannheim, 1950 wird Sepp Herberger zum Bundestrainer gewählt. Zahlreiche Stadien und Sporthallen – nicht nur in der Region – tragen seinen Namen.
1957, zum 60. Geburtstag, bekommt Sepp Herberger den Goldenen Verdienstorden des Deutschen Fußballbundes, die höchste deutsche Fußballauszeichnung. Fünf Jahre später wird ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen, zum 70. Geburtstag das Große Bundesverdienstkreuz. Ein Sonderstempel der Post kündet von seinem Ruhm, ein ICE-Zug der Deutschen Bahn trägt seinen Namen und die Stadt Weinheim kürt ihn 1954, noch vor dem WM-Titel, zum Ehrenbürger. |
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Carl Bosch: Träger des Nobelpreises für ChemieMit dem Eintritt in den Ludwigshafener BASF-Konzern beginnt für Carl Bosch eine steile Karriere: Der 1874 geborene Chemiker und Techniker forscht in Ludwigshafen am Rhein, empfiehlt sich dort für höhere Ämter und gelangt über die Karriereleiter 1925 bis in den Vorsitz der von Agfa, BASF und Bayer gegründeten IG Farben. 1931 bekommt Carl Bosch den Chemie-Nobelpreis für das chemische Hochdruckverfahren, das er gemeinsam mit Friedrich Bergius entwickelte. Seitdem können Düngemittel und Sprengstoffe unbeschränkt hergestellt werden. Carl Bosch hat die Zeitgeschichte stark beeinflusst – oft durch Wirken im Hintergrund: 1918 fungiert er zum Beispiel als Wirtschaftsberater bei den Waffenstillstandsverhandlungen von Spa und Versailles, in politisch unsicheren Zeiten finanziert er als Förderer die liberale Frankfurter Zeitung. 1940 stirbt Carl Bosch in Heidelberg, er wird 66 Jahre alt. Viele sehen in ihm den größten Chemiker des 20. Jahrhunderts. In Heidelberg erinnert heute ein Museum an ihn und seine interessanten Hinterlassenschaften: das Carl Bosch Museum Heidelberg. |
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